Pressebetreuung
Sabine Carbon, Tucholskystr. 47, 10117 Berlin, 030-240 88287
Rezensionen (Auswahl)
Der Tagesspiegel vom 13.September 2008 widmete uns seine ganze Kinderseite und Maria war sogar als Titelgirl zu sehen.
"Maria trifft …
Das Mädchen mit den feuerroten Haaren ist die Hauptfigur in fünf Büchern, in denen sie berühmte Menschen wie Mozart und Karl Marx kennenlernt.
Energie ist Masse mal Lichtgeschwindigkeit mal Lichtgeschwindigkeit.“ Alles verstanden? Mit dieser Erkenntnis veränderte Albert Einstein die Physik. Das klingt ziemlich kompliziert – und ehrlich gesagt ist es das auch. Einstein war der berühmteste Physiker aller Zeiten, bis zu seinem Tod vor 53 Jahren entdeckte er viele Zusammenhänge, die vorher niemandem aufgefallen waren und die bis heute nur wenige verstehen. Seine Theorien kann er euch selbst nicht mehr erklären. Aber zum Glück gibt es ja Maria.
Maria ist ungefähr zehn, hat feuerrote Haare und kann in die Vergangenheit reisen. Als sie ihren Onkel und ihre Tante in Caputh bei Berlin besucht, trifft sie tatsächlich Albert Einstein. Der flüchtet mit ihr und ihrem Freund Victor auf sein Segelboot, weil er ständig von Leuten genervt wird. Dort unterhalten sie sich über Lichtgeschwindigkeit, Relativitätstheorie und Internet. Von Internet, Notebooks und Taschenrechnern hat der Nobelpreisträger nämlich keine Ahnung, die gab es zu seiner Zeit ja noch gar nicht.
Maria ist die Heldin einer ganzen Buchreihe. Insgesamt fünf Stück gibt es, die von ihren Abenteuern erzählen. Sie überwindet Zeit und Raum, trifft den Maler Max Liebermann, den Philosophen Karl Marx, die ägyptische Herrscherin Nofretete und sogar Mozart.
Als sie mit ihren Eltern Mozarts Geburtsstadt Salzburg besucht, isst sie eine der berühmten Mozartkugeln und findet sich plötzlich etwa 250 Jahre früher am selben Fleck wieder. Die Häuser haben sich verändert, die vielen Touristen sind verschwunden. Stattdessen laufen die Menschen in altertümlichen Gewändern durch die Straße. Die Frauen tragen bauschige Kleider, die zwar schön, aber auch sehr unbequem aussehen. Maria steht im Flur von Mozarts Wohnung und hört Musik. Ganz bezaubernde Klaviermusik, und als sie durchs Schlüsselloch in den Musiksaal späht, sieht sie den jungen Wolfgang Amadeus Mozart.
Sabine Carbon und Barbara Lücker schreiben die Bücher über Maria. Jede von ihnen hat selbst eine Tochter, und so fiel es ihnen nicht schwer, sich die Abenteuer der kleinen Berlinerin auszudenken. 2004 gründeten sie einen Verlag, mit dem sie die Bücher herstellen lassen. „Unsere Kinderbücher sollten anders als andere Kinderbücher werden. Wir glauben nämlich, dass die Kinder oft unterfordert werden“, erzählen die beiden. Der Verlag hat ein kleines Büro, das gleichzeitig Ausstellungsraum für einige Bilder ist, die Wände sind weiß. Aus dem Schaufenster guckt Maria von ihren Büchern auf die Straße.
Die Bücher sind lustig gestaltet. Oft befindet sich im Hintergrund ein Foto, in das liebevoll Figuren von Maren Barber gezeichnet wurden. Wenn ihr zum Beispiel „Nofretete muss getröstet werden“ aufschlagt, stoßt ihr schon bald auf den Berliner Fernsehturm. Der sticht im Hintergrund durch die Wolken, während vorne Maria mit ihrem Vater auf Fahrrädern eine Brücke überquert und auf die Museumsinsel zusteuert. Begleitet werden die beiden von drei Vögeln mit Hüten, die das Geschehen von oben betrachten.
Bis aber ein Buch fertig ist, vergehen Monate. „Für ein Buch brauchen wir ungefähr ein Dreivierteljahr“, berichten die Autorinnen. „Manche Seiten kosten sehr viel Zeit, weil wir uns oft mit der Zeichnerin Maren Barber absprechen müssen, damit nachher auch alles so aussieht, wie wir uns das vorgestellt haben.“
Manchmal sitzen uralte Steinköpfe auf farbenfrohen Zeichnungen, ein anderes Mal sind Fotos so auf die Buchseite gestellt, dass sie perfekt in die gezeichnete Umgebung passen. Damit sich keine inhaltlichen Fehler einschleichen konnten, wurden die Texte von Leuten überprüft, die beispielsweise fast alles über das alte Ägypten wissen.
Marias Bücher sind keine Bilderbücher, ihr müsst euch schon Zeit fürs Lesen nehmen. Wer darauf Lust hat, kann sich alleine in die Abenteuer stürzen. Wenn euch das noch zu viel ist, fragt am besten eure Eltern um Hilfe. Zu zweit macht Lesen nämlich noch mehr Spaß."
Vincent Venus
Maria trifft fünf berühmte Menschen: „Im Garten am Wannsee“ lernt sie Max Liebermann kennen, in „Ein relativ verrückter Sommer“ Albert Einstein. In „Nofretete muss getröstet werden“, reist Maria nach Äqypten, in „Die magische Mozartkugel" hört sie Mozart beim Klavierspielen zu und in „Ohne Schein kein Sein“ rettet das mutige Mädchen Karl Marx.Alle Bücher sind im Verlag Edition Saba erschienen und kosten je 17,95 Euro.
Die Bücher könnt ihr euch auch in der Galerie des Verlages anschauen und auch kaufen. Edition Saba Galerie, Tucholskystraße 47 in Berlin Mitte.
Öffnungszeiten: Mo-Fr 12 bis 19 Uhr und Sa 11 bis 18 Uhr.
Eselsohr, März 2008 zu: Willy - die spannende Geschichte eines deutschen Bundeskanzlers
Billy für Willy
Wer ist eigentlich der Held dieser Geschichte? Willy oder
Billy? Oder beide? Ist Billy am Ende ein Alter Ego von Willy? Oder sind sie gar
ein und derselbe? Schließlich sind Willy und Billy im Englischen ja Kosenamen
für ein und denselben – den William. Außerdem wurde Billy am gleichen Tag und
am gleichen Ort geboren wie Willy. Aber damit sind die Gemeinsamkeiten
erschöpft. Willy heißt nämlich eigentlich Herbert, Herbert Frahm, und Billy ist
ein stinknormaler Straßenkater. Na ja, vielleicht doch nicht stinknormal, denn
schon auf den ersten Blick entdeck er das Potenzial des Herbert und heftet sich
von Stund an dem zukünftigen Willy an die Fersen. Sein bewegtes und zeitweise
recht stürmisches Leben führt den Herbert Frahm bis an die Spitze der
Bundesrepublik. Als gut geschulter Bundesbürger haben Sie es bestimmt schon
längst erraten: Die Rede ist von Willy Brandt (Bundeskanzler 1969-74). Und
Kater Billy immer dabei, bzw. mittendrin als sein tierischer Schatten. So
erfahren wir alles aus erster Hand und aus einem köstlich subjektiven und
„menschlichen“ Blickwinkel. Das bewährte Autoren/Illustratoren-Trio der
edition.SABA mit einem neuen historischen Bilderbuch für die ganze Familie und
mit einem neuen Fremdenführer. Anstelle von Maria, die kindliche Zeitreisende,
die wir bereits von den anderen Büchern kennen, führt diesmal ein Kater durch
die Geschichte, in Katermanier posierend, stolzierend, schleichend und sich
aalend und immer wieder mit kleinen witzigen Details aus dem Prominentenleben.
Ein ebenso unterhaltsamer wie informativer Blick auf ein Stück Zeitgeschichte, mit vielen Fotos und Zeitdokumenten. Einmal begonnen, lässt uns der Bericht von Billy nicht mehr los und macht selbst nach dem Ende noch Lust auf mehr. So machen Biographien Spaß! Auch Erwachsenen. Und wo bekomme ich jetzt am Sonntag ganz schnell die Memoiren von Willy Brandt her?
Leena Westhoeven
vorwärts, 14.12.2007zu: Willy - die spannende Geschichte eines deutschen Bundeskanzlers
Aus der Katerperspektive
In den 70er Jahren kannte Willy Brandt jedes Kind. Heute ist das etwas anders. Kater Billy hat sich vorgenommen, den Kindern des 21. Jahrhunderts den großen Sozialdemokraten vorzustellen. Er erzählt „die spannende Geschichte eines deutschen Bundeskanzlers“.
„Zufällig“ wurden Willy und Billy am selben Tag in Lübeck geboren. So sah der Kater den kleinen Willy, der zu dem Zeitpunkt noch Herbert hieß, aufwachsen und seine ersten Schritte auf politischem Parkett machen. Er war immer dabei, quer durch die deutsche und internationale Geschichte: Krieg, Inflation, Nationalsozialismus, Untergrund, Wirtschaftswunder, Kanzlerjahre, Nato-Doppelbeschluss, Globalisierung - Billy der Kater hat Willy den Politiker aus nächster Nähe beobachtet und sich seinen eigenen Reim auf all das gemacht.
Mit viel Charme und manchmal etwas frech erzählt Billy, alias das Autorenduo Sabine Carbon und Barbara Lücker, das Leben Willy Brandts aus der Katerperspektive. Das wirkt zu keiner Zeit albern, sondern stets lustig und kurzweilig. Nie verlieren die Autorinnen das Wesentliche aus dem Blick oder verstricken sich in Nebensächlichem. Sie beweisen darüber hinaus großes historisches Wissen, vor dessen Hintergrund Willy Brandt agiert. Kinder und Jugendliche erfahren so nicht nur etwas über das Leben des ersten sozialdemokratischen Bundeskanzlers, sondern ganz nebenbei auch sehr viel über die deutsche Geschichte der letzten hundert Jahre.
Die Anschaulichkeit und Lebendigkeit des Textes wird ergänzt durch die sehr schöne Gestaltung der Seiten. Neben vielen Originalaufnahmen (besonders niedlich: Willy Brandt als Zweijähriger in preußischer Militäruniform mit Pickelhaube) enthält das Buch viele Zeichnungen von Kater Billy, die nicht nur für Katzenfreunde ein Genuss sind.
Sabine Carbon und Barbara Lücker ist eine kindgerechte Biographie Willy Brandts gelungen, die den kleinen wie den großen Leser fesselt. Oder, wie es der Verlag selbst formuliert: Ein poppiges Politbuch über einen politischen Popstar erzählt von einem coolen Kater. In jedem Fall ist „Willy – Die spannende Geschichte eines deutschen Bundeskanzlers“ ein guter Geschenktipp zu Weihnachten.
Sabine Carbon, Barbara Lücker, Maren Barber (Illustrationen): Willy. Die spannende Geschichte eines deutschen Bundeskanzlers, Edition Saba 2007, 84 Seiten, 15 Euro, ISBN 978 398 100 978 1
Kai Doering
erstellt am 14.12.2007
Rheinischer Merkur, 6.12. 2007
zu Willy - die spannende Geschichte....
Kater Billy ist 1913 geboren, wie Willy, der damals noch Herbert hieß. Und Billy erzählt das faszinierende Leben des späteren Bundeskanzlers. Flucht nach Norwegen, Rückkehr und Aufstieg zum Berliner Bürgermeister und Kanzler, Ostpolitik, Guillaume-Affäre, Wiedervereinigung: Für die jungen Leser dieses kleinen, von Maren Barber faszinierend illustrierten Buches wächst zusammen, was zusammengehört: deutsche Geschichte, das Leben eines großen Politikers und die gewitzten Sprüche eines wieselflinken Katers.
Dresdener Neueste Nachrichten vom 6.12.2007
zu Die Böse Hand
Die Neustadt steht Kopf
Louis Nebelsicks etwas anderes Kinderbuch
Man kann, um die Kinder zum Einschlafen zu bringen, auf Märchen oder Sagen zurückgreifen, in schweren Fällen sogar auf das todsicher Tiefschlaf erzeugende BGB oder Grass' „Ein weites Feld". Man kann sich natürlich auch selbst Geschichten ausdenken. Das tat der Archäologe Louis Nebelsick, der seinem Sohn Gideon Geschichten auf Englisch von der Evil Hand, der bösen Hand, erzählte, wobei der Sprössling sogar die Chance erhielt, als Co-Autor in die Fortsetzungsgeschichte einzugreifen.
Der Amerikaner Nebelsick, der zehn Jahre am Landesamt für Archäologie Sachsen tätig war und nun an der katholischen Universität Warschau lehrt, ging noch einen Schritt weiter. Er machte aus den Gute-Nacht-Geschichten ein Buch, zum Teil auch aus Frust darüber, dass, wie er meint, „das offizielle Dresden auf die untergegangene Schönheit der Altstadt fixiert ist und die junge, kreative, quicklebendige Neustadt, inklusive ihrer großartigen Street Art' und lebendigen Musikszene ignoriert". Das Buch mit dem Titel, „Die böse Hand", das er am Freitag im Kulturhaus Loschwitz vorstellte, spielt nämlich größtenteils in der Neustadt, ist nicht nur eine Gruselgeschichte, sondern vor allem auch eine Hommage, ein „tag" (= ein geheimes Zeichen), an diesen Stadtteil. „Ich mag die gelebte Freundschaft und die Lebensformen dort", bekennt Nebelsick, der immer wieder auf dem Heimweg von der Arbeit das Szeneviertel durchstreifte, um Graffiti zu suchen, sie abzulichten, sie vom morschen Untergrund zu lösen und mit ihnen seine Wohnung in Klotzsche „zu tapezieren". Er schätzt auch die Clubs dort, geht aber selten hinein, „weil ich nicht gern in Clubs gehe, wo ich sofort der Alterspräsident bin".
Sein „Neustadtgrusel" ist anders als viele Kinderbücher. Held ist eine glibbrige, grüne, etwas stinkende Hand, die anno 1206 einem selbsternannten „Baron von Meißen", der die Gegend terrorisierte, von den Dresdnern abgeschlagen wurde - und seitdem eines Fluchs des Raubritters wegen ihr Unwesen treibt, den Dresdnern das Gefühl gibt, dass da etwas Unheimliches durch die Stadt schleicht, weshalb sie anders als Leipziger oder Hallenser ihren Abendbummel frühzeitig beenden. Die Hand stiehlt: Münzen. Mit Papiergeld und Plastekarten kann sie nichts anfangen. Dann endet der Einbruch in eine Pizzeria in einem Fiasko und ein ehrgeiziger schwäbischer Kommissar, „der in der Geschichte leider den eigentlichen Bösewicht spielen muss", ermittelt. Eine verfressene Ratte entdeckt Freunde, und eine aufgeweckte Fröschin vom Albertplatz verliebt sich; ein junger Pizzabäcker aus Salerno und eine junge selbstbewusste studierende und kellnernde Neustädter Pflanze mit gepiercter Nase, tätowierter Schulter, pechschwarzen langen Haaren und glänzenden blauen Augen, zudem Expertin für die Launen der Dresdner, finden sich. Manche Figuren haben reale Vorlagen. Das Sprachgenie in der Dönerbude oder die italienische Tante, die ihrem Mann aus Rache die Schuhe einweicht, gibt es wirklich. Nebelsick suchte und fand Originale zuhauf.
Auch sonst hebt sich das Werk ein bisschen von anderen „Kinderbüchern" ab. Tags und Street Art werden in die Geschichte gewoben und bekommen hin und wieder eine Doppelseite in dem zusammen mit der Illustratorin Maren Barber erarbeiteten Buch. Am Ende gibt es Fußnoten und ein Personen- sowie ein Ortsregister. „Ich konnte halt nicht aus meiner Haut", meint der Wissenschaftler, der seine Kindheit u.a. im Libanon verbrachte und mit amerikanischer Kinderliteratur aufwuchs, die teilweise etwas „chaotischer, anarchistischer" ist als hierzulande üblich. Aber auch Wilhelm Busch hatte es Nebelsick zeitig angetan, und schon früh kam er an der deutschen Schule in Beirut mit Kästners „Emil und die Detektive" in Kontakt. Ein bisschen stand wohl beim Verfassen seines Buchs Kästners „Als ich ein kleiner Junge war" Pate - beides herrliche, auch für Erwachsene lesenswerte Reverenzen an die Neustadt. Christian Ruf
Louis: Nebelsick: Die böse Hand. Eine Stadt
steht Kopf. Edition Saba, 96 Seiten, 19,95
Euro, ISBN: 97-3-9810097-6-7